2. Chemische Bekämpfung
Befallene Flächen sind chemisch nur bedingt zu bekämpfen.
Nur in dringenden Fällen sollte der
Verantwortliche der Weide zur Giftspritze greifen! Nachhaltiger ist
ohnehin das Ausreißen der Pflanze mit kompletter Wurzel. Eine chemische
Bekämpfung hat auch immer eine Restwirkung der Substanzen für die
Weidetiere.
Barrier H:
Ein englisches Spritzmittel namens "Barrier
H" ist in Deutschland nicht zugelassen und darf nicht verwendet
werden. Verkaufsangebote (auch online) sind rechtswidrig und können
geahndet werden. Der Antrag auf Zulassung in Deutschland müsste vom
Hersteller gestellt werden.
Totalherbizide: Eine großflächige Behandlung bei starkem Bewuchs ist
mit am Markt erhältlichen Mitteln
möglich, aber eben nicht selektiv anwendbar: alle Totalherbizide führen zur
vollständigen Vernichtung des gesamten Grünland-Bewuchses (also auch
alle Gräser, Kräuter usw.). Eine weitere Beschreibung zum Einsatz von
Totalherbiziden finden Sie unter Häufig
gestellte Fragen
Herbizide dürfen nur von Landwirten (oder anderen
kompetenten, geprüften Unternehmen wie Gartenbaufirmen) verwendet
werden. Die Spritzmittelverordnung ist einzuhalten. Anschließend muss
die Fläche natürlich neu eingesät werden.
- Total-Herbizide in der Rückenspritze sind eine gute Variante,
aber nur in der Einzelstockbehandlung umsetzbar
- Selektiv anwendbar
sind einige wenige Mittel mit verschieden hohen Wirkungsgraden. Für die
chemische Bekämpfung hat es sich als günstig erwiesen, wenn die
Rosette etwa 15 cm Wuchshöhe erreicht hat. Blühende Bestände
sollten zunächst abgemäht und dann im Nachwuchs behandelt werden.
Einige Pflanzen können jedoch nach der Behandlung erneut austreiben
und so eine weitere Herbizidbehandlung nötig machen.
Anwendbare Mittel werden auf den Internetseiten der
Pflanzenschutzämter der Länder empfohlen. Wesentliche Kernpunkte bei
Einsatz von Herbiziden:
- eine chemische Bekämpfung ist nur begrenzt
möglich
- die
Pflanzen sollen bekämpft werden, wenn sie 15 - 20 cm hoch
sind.
- die Wirkung ist keine vollständige, aber wenn
Jacobskreuzkraut nicht mehr
anders zu bekämpfen ist, muss man
handeln
- auch nach einer chemischen Bekämpfung sollte
man, ehe wieder Tiere aufgetrieben werden, die
Fläche abmähen, das Mähgut entfernen und vernichten
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Bild
Rechts:
Ein
Dochtstreichgerät
ist ein
Hilfsmittel für die chemische Bekämpfung in der Einzelstockbehandlung
und auch für andere Weideunkräuter geeignet, wenn manuelle Maßnahmen
nicht genügen.
Es
dosiert minimal.
Das Herbizid
wird in das Füllrohr, welches auch als Handgriff dient, mittels
Trichter eingegeben.
Über den
Docht wird das Mittel auf die einzelne betreffende Pflanze aufgebracht.
Es reicht
das Antupfen / Anstreichen von 2-4 Blättern. Das Beimischen von
Lebensmittelfarbe erleichtert das Erkennen von bereits behandelten
Pflanzen.
Wichtig:
Spritzmittelverordnung und Wartezeiten einhalten, Bedienungsanleitung
beachten! Anschaffungskosten liegen bei ca. 50 Euro
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