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1. Mechanische Bekämpfung

Nachhaltige Weidepflege ist die beste Vorraussetzung für eine JKK-freie Weide (s. Vorkommen). Das komplette manuelle Entfernen der Pflanze am sinnvollsten (Ausgraben, ausstechen)

2. Chemische Bekämpfung

(weitere Beschreibung unten auf der Seite)

Für den Notfall: Selektivmittel und Totalherbizide, immer ist ein "Abräumen" der behandelten Flächen dennoch notwendig! Nachsorge ist dennoch erforderlich! Fazit: frühzeitiges mechanische Bekämpfen ist besser!

Anmerkung: Herbizide dürfen nur von Landwirten (oder anderen kompetenten, geprüften Unternehmen wie Gartenbaufirmen) verwendet werden. Die Spritzmittelverordnung ist einzuhalten.

3. Biologische Maßnahmen

Biologische Bekämpfung z.B. mit der Raupe des Karmin- oder Blutbären (Tyria jacobeae, Nachtfalter) wurde im Westen der USA und auch in Südafrika und Australien getestet. Der Erfolg war gering, da Tyria pro Sommer nur eine Generation hervorbringt und die Pflanzen sich nach dem Verpuppen der Raupen wieder regenerieren können. (Angabe: Prof. Dr. Thomas Hartmann, TU Braunschweig)

Foto: K.-O. Röckseisen


1. Mechanische Bekämpfung

Für den Hobby-Pferdehalter die beste und effektivste Möglichkeit, Jacobskreuzkraut für immer zu verbannen! Mit ein paar Tricks geht´s ganz schön schnell und es ist gar nicht so schwer, der Pflanze beizukommen! Achtung: Verbleibt die Wurzel, länger als 1 cm im Boden, treibt Jacobskreuzkraut erneut aus! Darum Pflanzen immer komplett entfernen!

  • Arbeiten Sie möglichst nach einem ergiebigen Regen, da der Boden dann eher nachgibt und die Pflanze beim Herausziehen nicht an der Wurzel abreißt
  • Weiter ausgebildete Pflanzen lassen sich besser ziehen als Jungpflanzen
  • Vergessen Sie Spaten oder Stecheisen: nehmen Sie eine Grabegabel oder einen speziellen Unkrautstecher, das verkürzt die Sache ungemein und Sie erhalten dabei die Grasnarbe (soweit noch vorhanden)
  • Gehen Sie alle 4 Tage erneut auf Suche! Sie finden die in kürzester Zeit und trotz Trockenheit nachgewachsenen Jungpflanzen!

Grabegabel: lockert den Boden und die Pflanze lässt sich meist komplett mit Wurzelstock ausheben!

  • Tipps zur Handhabung

Mit der Grabegabel stechen Sie bei mittelgroßen Pflanzen im Winkel von ca. 45° ein. Bei kleineren Jungpflanzen flacher, damit die Bodenoberfläche besser reißt.

Die Pflanze verliert nun an Halt und lässt sich leicht herausziehen

Greifen Sie das Jacobskreuzkraut etwas unterhalb der Blattrosette unter Bodenniveau...

...und ziehen Sie es mit etwas Gefühl heraus. Bei hartem Boden -was auf festgetretenen Ausläufen immer der Fall ist- reißen ansonsten die Wurzelausläufer ab.

Manchmal hilft ein 2. Stich mit der Grabegabel im rechten Winkel zum ersten. Das bringt das Erdreich wirklich zum Brechen! Nicht auf 180° einstechen, das hat "Spateneffekt" und Ihre Grasnarbe geht flöten!

Es ist eine Freude zu sehen, dass dieses Biest keine Chance mehr hat!!!

Jetzt brauchen Sie Ihre Grasnarbe nur noch mit dem Fuß anzutreten: sie hat keinen Schaden genommen!

Nur die vollständig gezogene Pflanze kann sich nicht weiterverbreiten!

Nicht blühendes Jacobskreuzkraut kann auf dem Mist bzw. im Hauskompost entsorgt werden. Blühendes und samentragendes Kraut muss verbrannt, im Restmüll oder über die Biotonne entsorgt werden.

Mehr darüber auf der Seite Entsorgung

Als sinnvoll wird das Tragen von Handschuhen beim Roden bewertet. Aufpassen bei defekter Haut, Neurodermitis, anderen Ekzemen. Auch können einzelne Menschen Kontaktallergien zeigen


 

2. Chemische Bekämpfung

Befallene Flächen sind chemisch nur bedingt  zu bekämpfen. Nur in dringenden Fällen sollte der Verantwortliche der Weide zur Giftspritze greifen! Nachhaltiger ist ohnehin das Ausreißen der Pflanze mit kompletter Wurzel. Eine chemische Bekämpfung hat auch immer eine Restwirkung der Substanzen für die Weidetiere.

Barrier H: Ein englisches Spritzmittel namens "Barrier H" ist in Deutschland nicht zugelassen und darf nicht verwendet werden. Verkaufsangebote (auch online) sind rechtswidrig und können geahndet werden. Der Antrag auf Zulassung in Deutschland müsste vom Hersteller gestellt werden.

Totalherbizide: Eine großflächige Behandlung bei starkem Bewuchs ist  mit am Markt erhältlichen Mitteln möglich, aber eben nicht selektiv anwendbar: alle Totalherbizide führen zur vollständigen Vernichtung des gesamten Grünland-Bewuchses (also auch alle Gräser, Kräuter usw.). Eine weitere Beschreibung zum Einsatz von Totalherbiziden finden Sie unter Häufig gestellte Fragen

Herbizide dürfen nur von Landwirten (oder anderen kompetenten, geprüften Unternehmen wie Gartenbaufirmen) verwendet werden. Die Spritzmittelverordnung ist einzuhalten. Anschließend muss die Fläche natürlich neu eingesät werden.

  • Total-Herbizide in der Rückenspritze sind eine gute Variante, aber nur in der Einzelstockbehandlung umsetzbar
  • Selektiv anwendbar sind einige wenige Mittel mit verschieden hohen Wirkungsgraden. Für die chemische Bekämpfung hat es sich als günstig erwiesen, wenn die Rosette etwa 15 cm Wuchshöhe erreicht hat. Blühende Bestände sollten zunächst abgemäht und dann im Nachwuchs behandelt werden. Einige Pflanzen können jedoch nach der Behandlung erneut austreiben und so eine weitere Herbizidbehandlung nötig machen.

Anwendbare Mittel werden auf den Internetseiten der Pflanzenschutzämter der Länder empfohlen. Wesentliche Kernpunkte bei Einsatz von Herbiziden:

  • eine chemische Bekämpfung ist nur begrenzt möglich
  • die Pflanzen sollen bekämpft werden, wenn sie 15 - 20 cm hoch sind. 
  • die Wirkung ist keine vollständige, aber wenn Jacobskreuzkraut  nicht mehr anders zu bekämpfen ist, muss man handeln
  • auch nach einer chemischen Bekämpfung sollte man, ehe wieder Tiere aufgetrieben werden, die Fläche abmähen, das Mähgut entfernen und vernichten

 

 

 

 

 

Bild Rechts:

Ein Dochtstreichgerät

ist ein Hilfsmittel für die chemische Bekämpfung in der Einzelstockbehandlung und auch für andere Weideunkräuter geeignet, wenn manuelle Maßnahmen nicht genügen.

 Es dosiert minimal.

Das Herbizid wird in das Füllrohr, welches auch als Handgriff dient, mittels Trichter eingegeben.

Über den Docht wird das Mittel auf die einzelne betreffende Pflanze aufgebracht.

Es reicht das Antupfen / Anstreichen von 2-4 Blättern. Das Beimischen von Lebensmittelfarbe erleichtert das Erkennen von bereits behandelten Pflanzen.

Wichtig: Spritzmittelverordnung und Wartezeiten einhalten, Bedienungsanleitung beachten! Anschaffungskosten liegen bei ca. 50 Euro

 

 

Beratung zur Spritzmittelbehandlung:

Die Pflanzenschutzämter der Bundesländer (Adressen hier im pdf-Format) beraten Sie ausführlich und aktuell über die Möglichkeiten der chemischen Bekämpfung. Die Pflanzenschutzämter haben eine Beratungspflicht. Fast alle Landwirtschaftskammern bzw. Landwirtschaftsämter haben auch einen Grünlandberater, den jeder Pferdehalter natürlich zu Rate ziehen kann.

 

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